Anders gemeint

Die Schwierigkeit der Führung mit guter Kommunikation. Zu oft höre ich „Das habe ich nicht so gemeint“ „Aber du hast es doch so gesagt?“

Wo scheitert die Führung an der Kommunikation? Der Chef gibt was bekannt, er weiß was er weiß und er weiß was er sagt. Meint er.

Die Mitarbeiter hören was der Chef sagt und verstehen was er sagt und was er will. Glauben sie.

Beim nächsten Meeting werden die Ergebnisse und die Erwartungen abgeglichen. Und hier taucht die Stille Post der Kommunikation auf. Der Chef versteht nicht wieso er falsch verstanden wurde und der Mitarbeiter wundert sich warum der Chef auf einmal was ganz anders meint.

Wie umschifft man diese Klippe? Zunächst, keiner möchte so wirken als sei er langsam von Begriff oder der Chef so, als halte er seine Mitarbeiter für dumm. Hier ist daher von beiden Seiten zu akzeptieren, das es eine Lücke in der flüssigen Kommunikation gibt und das beide Seiten daran interessiert sind diese zu schließen.

Wie gehe ich nun vor? Als Mitarbeiter ist ein Weg sich während der Auftragsmitteilung Notizen zu machen. Diese dienen einerseits als Gedankenstütze, zugleich erfasse ich dadurch Informationen nicht nur durch das Hören, sondern schreibe sie nieder.

Der Chef nun, er wird mit Sicherheit die Frage aller Fragen stellen: „Gibt es noch Fragen?“ Hier habe ich die Möglichkeit mit meinen eigenen Worten das von ihm gesagte wiederzugeben. Als einleitende Formel: „Hab ich das richtig verstanden das…“

Dadurch erreiche ich zweierlei, ich erfasse ob bei mir, dem Mitarbeiter, die wesentlichen Inhalt der Aufgabe angekommen sind und der Chef erhält ein Feedback zu seiner Aufgabenformulierung.

Im Idealfall sagt der Chef nur noch „Genau, so ist das gemeint“. Im anderen Fall korrigiert er einzelne Aspekte, wie zum Beispiel Termine oder Deadlines. Beides gibt dem Mitarbeiter wieder Informationen.

Beim Militär wird von Untergeben zum Teil verlangt das sie den Befehl des Vorgesetzten wortwörtlich wiedergeben sollen. Soweit muss es nicht gehen, aber Ziel ist in beiden Fällen das Vorgesetzter und Mitarbeiter beide kommunikativ und arbeitstechnisch an einem Strang ziehen.

Das spart Zeit und Mails.

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Ritual oder schon Tradition- ein paar Gedanken

Ja, es geht mal wieder um die Bundeswehr. Im Zuge der Ermittlungen gegen eine Gruppe von mutmaßlichen Terroristen in der Bundeswehr kocht auch so manch anders hoch.

Das Thema  Wehrmacht und Bundeswehr. Zum einen, ohne die ehemaligen Soldaten der Wehrmacht hätte es keine Bundeswehr gegeben. „Achtzehnjährige Generäle nimmt mir die NATO nicht ab.“ Frei nach Konrad Adenauer. Die Gründungsjahre und die ersten Krisen (Nagold als Beispiel) zeigten das es nicht einfach ist eine Armee aus dem Nichts wiederaufzunehmen bauen. Und natürlich waren lange Soldaten mit Kriegserfahrung aus dem Zweiten Weltkrieg Teil dieser Bundeswehr. Ihre Erfahrungen und die Taktiken der Wehrmacht fanden mit Einzug in die Bundeswehr. Natürlich, denn wer aus vergangen Gefechten keine Lehren zu ziehen, der verliert das Nächste. Nun ist es aber ein gravierender Unterschied ob ich Clausewitz „Vom Kriege“ oder Rommels“Infanterie greift an“ im Taktikunterricht behandelt oder ob ich mich mit den Autoren und deren Biographie auseinandersetzte. Ebenso kann ich mit mit der Panzertaktik von Guderian auseinandersetzten und zugleich seine Rolle im Zuge des 20. Juli 1944 kritisch beleuchten.

Eine Auseinandersetzung mit der Wehrmacht und der Art und Weise wie dort Soldaten sich auf den „Befehlsnotstand“ zurückgezogen haben ist wichtig und gehört unbedingt zur politischen Bildung in die Bundeswehr, ebenso um zu verstehen welche Rolle von Treschkow oder von Stauffenberg in der Wehrmacht hatten bevor sie in den Widerstand wechselten. Aber braucht die Bundeswehr die Namen dieser Männer an ihren Kasernen, brauch sie die Bilder dieser Männer in ihren Offizier- und Unteroffizierheimen?

Die Bundeswehr hat seit ihrer Gründung 1955, also vor 62 Jahren, eigene Rituale und eigene Traditionen entwickelt. Vor allem dadurch, dass sie selbst Geschichte gemacht hat. Die ersten Meilensteine beginnen schon früh, die Hamburger Sturmflut von 1962. Zum ersten Mal Werdern Soldaten der Bundeswehr im Katastrophenfall eingesetzt ( den Artikel im Grundgesetzt gab es erst danach) vielen Menschen werden durch sie gerettet, aber auch viele Soldaten verlieren ihr Leben in diesem Einsatz. Gewissermaßen ist dies die Geburtsstunde der Bundeswehr in der Bevölkerung. Es gibt die Flutmedaille, eine Anerkennung in der Form wird sich in den 90er und 200er Jahren wiederholen. Die Bundeswehr entwickelt eine Tradition in der Hilfe bei Katastrophen, sei es eben bei Überflutungen oder bei strengen Wintern wie 1978/79. Der Bundeswehrsoldat als Helfer in der Not, ein schönes Bild.

Dieses Bild als Helfer setzt sich bei verschiedensten Hilfseinsätzen fort. 1965 der erste größere außerhalb  Europas, Unterstützung für Erdbebenopfer in Algerien.

1969 – 1970 dann die ersten Kontroversen in der Truppe, General Schnez fordert indirekt die Abkehr von der Inneren Führung. Die Antwort darauf erfolgt – aus der Truppe! Die „Leutnante 70“ fordern eine Abkehr von alten Berufsverständnis des Soldaten. Widerspruch in einer Armee ist also möglich. Eine mögliche Tradition für die Bundeswehr? Wenig später werden die Universitäten der Bundeswehr gegründet. Der Beruf des Soldat ist nun auch mit Weiterbildung, gar Studium verbunden. Auch eine mögliche Traditionslinie?

Nicht zu vergessen, das Recht auf Kriegsdienstverweigerung gehört mit zur Geschichte der Bundeswehr, genauso wie das Amt des Wehrbeauftragten. Letztere ist weltweit in seiner Ausprägung einzigartig und definitiv traditionswürdig. Weshalb nicht eine Kaserne nach einem Wehrbeauftragten benennen?

Nach dem Fall der Mauer und dem Ende des Kalten Krieges gelingt es zwei zuvor verfeindete Armee miteinander zu vereinen. Aus den Gegner der NVA werden Kameraden in der Bundeswehr. Etwas vergleichbares ist im 20. Jahrhundert nicht vorgekommen, die friedliche Revolution in Deutschland, auch ein Teil der Geschichte, der Tradition der Bundeswehr?

1991 stellen Alpha-Jets sich an der türkisch irakischen Grenze auf. Der Krieg im Nachbarland Irak im ersten Golfkrieg, ein Paradigmenwechsel, viele Menschen in Deutschland sind gegen den Krieg, viele Soldaten ebenfalls. Denn das passt so gar nicht zu den vorherigen Jahrzehnten. Und dann folgt bald der Einsatz in Somalia und Kambodscha. Am 14. Oktober 1993 wird Feldwebel Alexander Arndt in Phnom Pen auf offener Straße erschossen.

Die Einsätze nehmen zu, der Krieg auf dem Balkan, ersten Bosnien-Herzegovina und Kroatien, dann Serbien und der Kosovo. 1999, der erste Kampfeinsatz deutscher Piloten auf dem Balkan. Die ersten Schusswechsel bei Operation Libelle.

Dazwischen wird das Kommando Spezial Kräfte gegründet. seit bald zwanzig Jahren im Einsatz. Eine Tradition bildet sich dort sicherlich.

Und nun? Mit Afghanistan erlebt und erleidet die Bundeswehr besser viel. Sie kämpft im Gefecht, sie kämpft um das Wort Krieg, Gefallene, Veteranen, Tapferkeit. Sie erfährt das Trauern, die Wut und den Schmerz den der Krieg mit sich bringt.

Mit den Einsätzen entstehen die Einsatzmedaillen, dann das Ehrenmal für die Gefallenen. Später das Ehrenkreuz für Tapferkeit. Und, im Zuge des Endes der ISAF Mission, der Wald der Erinnerungen im Einsatzführungskommando in Potsdam. Die Kaserne dort ist nach Hennig von Treschkow benannt.

Und heute? Heute ist die Bundeswehr einerseits erwachsen, aber sie durchlebt gerade den Wandel von der Wehrpflichtarmee, welches auch lange ein Traditionspfeiler von ihr war, zur Freiwilligenarmee. Ein Wandel der noch lange nicht zu Ende ist, denn viele der älteren Soldaten kommen aus dieser Wehrpflichtarmee.

Und dennoch, die Bundeswehr sucht noch immer nach ihrenTraditionen, nach ihren Ritualen. Es sind nicht nur Truppenfahnen und der Große Zapfenstreich. Es ist nicht nur der Diensteid oder die Nationalhymne. Es ist nicht nur das Grundgesetz. Nein, es ist mehr.

Es geht um Vorbilder und um Orientierung für das soldatische Handeln und das Selbstverständnis. Wie möchte ich als Soldat, als Unteroffizier, als Offizier sein? Wie möchte ich als Vorgesetzter sein, handeln und wirken?

Das ist sehr viel, besonders für diejenigen welche mit der Ambition Vorgesetzter zu werden zur Bundeswehr kommen. Und da bieten scheinbar klare Figuren wie Rommel eine Richtung. Nur, weshalb nicht die Kompanieführer eines Einsatzverbandes? Oder suche diese auch noch ihre Vorbilder in der Wehrmacht? Und weshalb suchen sie sie dort?

Diese Fragen sollte sich jeder Vorgesetzte stellen, und zwar nicht nur die Kompaniechefs, diese sind für den Rekruten, den OA, den FA, den UA zu weit entfernt. Nein, die Gruppenführer, die Zugführer, die Hörsaalleiter, die sind gefordert. Und diese wiederum müssen vom Kompaniefeldwebel und vom „Chef“ geführt und gefordert werden.

Die Bundeswehr ist unsere Armee, wir haben sie schon lange und wir werden sie noch lange haben. Machen wir uns außerhalb der Armee Gedanken um die Traditionen unserer Bundeswehr, aber verlangen wir auch das unsere Staatsbürger in Uniform sich auch Gedanken machen.

Gelassenheit

Manchmal ist es zu unruhig, dort draußen in der Welt. Dann erscheinen die eigenen vier Wände, das eigene Sofa aus Hort der Ruhe und der Geborgenheit.

Doch die bunten Kissen und die warmen Decken können auch zu Blei werden. Da draußen ist es unruhig.

Die Unruhe reizt, die Unruhe verstört. Die schwere Wärme der Decke erscheint beklemmend und beruhigend zugleich.

Die Unruhe reizt.

Die Decke fliegt beiseite, die Wärme wirkte muffig. Rein die Schuhe, rein in die Jacke. Raus, in die Unruhe, in die laute Welt.

Die Schritte werden schneller, der Puls steigt. Menschen werden überholt. Die Luft zieht in die Nase.

Die Unruhe bleibt.

Der Neckar zieht neben einem seine Bahn. Er ist ruhig, er ist stetig.

Schweiß rinnt von der Stirn, der Atem ist hörbar, die Schritte haben ihren Rhythmus.

Die Unruhe wird kleiner.

Die Muskeln brennen, der Ehrgeiz grinst. Das Ziel ist in Sicht. Verschnaufen.

Gelassenheit erscheint. Der Läufer grinst. „Nochmal“

Alle Jahre wieder

Weihnachten, jedes Jahr wieder. Unvorhersehbar in seiner Vorhersehbarkeit.
Ist es ein Fest welches sich nur auf den religiösen Hintergrund bezieht?
Ist es ein Anlass dem Konsumrausch zu frönen?
Ist es ein Grund sich in der Familie sich zusammenzufinden?
Ist es ein Datum welches gleichgültig an einem vorüber zieht?
Ist es ein Moment im Jahr den man hasst und verabscheut?

Ja.

Und ich? Ich werde Weihnachten wieder zu meinen Eltern fahren. Ein paar Tage wieder Kind sein, ein paar Tage mit meinen Geschwistern verbringen.
Ein paar Tage in eine Welt eintauchen in der ich großgeworden bin.
Ein paar Tage Ruhe finden.
Ein paar Tage die Zeit anhalten.

Jedes Jahr Weihnachten ist anders, erst einmal war ich Weihnachten nicht zu Hause.
Jedes Jahr verändert sich, die Großeltern, verstorben.
Die Eltern sind nun Großeltern.
Ich bin Onkel.

Jedes Weihnachten ist anders, das Datum ist mir wichtig, die Geschichten sind anders, die Gesichter älter.
Rituale, früher lästig sind heute für uns Kinder wichtig.

Der Geist der Weihnacht, für den einen ein Gespenst, den nächsten ein Nebel und wieder für andere eine Coca-Cola Werbefigur.

Es ist praktisch zum Jahresende ein paar freie Tage zu haben.

Weihnachten, alle Jahre wieder da. Alle Jahre wieder geliebt, gehasst, verachtet, genervt.

Kommt gut durch die Feiertage, egal ob ihr sie feiert oder verflucht.

Soldaten, mitten unter uns

Es ist so eine Sache mit Armeen, sie sind eine Welt für sich. Diese Uniformen, komische Rituale, die Anrede, das wirkt für Außenstehende komisch bis befremdlich.

Fährt man Freitags oder Sonntags Zug, so sieht man immer wieder Männer und Frauen mit Rucksäcken in Flecktarn oder in kompletter Uniform. Am Bahnsteig, im Zug.
Soldaten, mitten unter uns.
Meistens sind es die jungen Soldaten die mit dem Zug reisen, ältere trifft man eher in Bundeswehrballungszentren wie Berlin oder Köln an. Sie tragen ihre Uniform, fahren mit der Bahn. Sie tippen auf ihr Smartphone, sie haben Kopfhörer im Ohr.
Soldaten, mitten unter uns.
Ab und an bekomme ich mit wie sich die Sitznachbarn mit den Soldaten unterhalten. Es geht um die Ausbildung, die Motivation zur Berufswahl. Manchmal um Auslandseinsätze. Oft um die Pendelei vom Standort nach Hause.
Soldaten, mitten unter uns.
Ich war mal einer davon, ich fuhr Zug, saß in Abteilen, unterhielt mich mit Kameraden die man auf der Fahrt traf. Unterhielt mich mit anderen Fahrgästen.
Soldat, mitten unter euch.
Ich bin kein Soldat mehr, ich fahre Bahn, ich freue mich wenn ich einen Flecktarnrucksack sehe. Ich schmunzel wissend wenn ich die jungen Kamraden erklären höre, wie sie ihre Motivation schildern. Ihre Ausbildung erklären, wie sie freundlich Vorurteile abbauen.
Soldaten, mitten unter uns.
Sprecht sie an, fragt sie was dieser Winkel oder Strich auf der Schulter bedeutet, was das Abzeichen auf dem Barett. Oder einfach wie es ist Soldat zu sein.
Soldaten, mitten unter uns.
Soldaten, unsere Mitbürger, mitten unter uns.
Ohne Rucksack, ohne Uniform nicht von uns „normalen“ Staatsbürgern zu unterscheiden.
Soldaten, Staatsbürger in Uniform, mitten unter uns.

Terror – und nun?

11. September 2001, ein Terroranschlag.
Ich war in Rom, machte Urlaub mit einem Kumpel, 11 Tage zuvor hatte ich die Offizierschule abgeschlossen.
Erst am Abend, als die Spanischen Treppen leer waren, realisierten wir was dort in New York passiert war.

07. Juli 2005, ein Terroranschlag.
Ich war auf einem Übungsgelände der Bundeswehr in Friesland unterwegs. Die Übung hatte einen ISAF/KFOR ähnlichen Hintergrund.
Und wurde dann schlagartig real.

11. März 2004, ein Terroranschlag.
Ich befand mich mitten im Studium. Spanien beteiligte sich an der ISAF Mission.

27. Juli 2010 – 02. Februar 2011
Ich befinde mich in Afghanistan, erlebe Terrorwarnungen, Anschläge, Trauer um gefallene Kameraden

13. November 2015, ein Terroranschlag.
Ich las Abends etwas davon auf Twitter, am Morgen danach Schock, Trauer, Angst.

17. November 2015.
Ich schreibe etwas über Terror und weiß doch nur eins: Ich lebe, werde eines Tages sterben. Und wenn dies nicht durch Terroristen sein wird, dann habe ich gewonnen und sie verloren.

Geht raus, lebt, lacht, feiert. Das Leben ist unser Moment auf dieser Welt. Lass ihn euch nicht von diesen Wichser kaputtmachen.

 

Beleidigungen helfen nicht weiter

Ich bin genervt, von Twitter. Mal wieder.
Seit über drei Jahren treibe ich mich dort herum. Viel Spaß gehabt, tolle Menschen kennengelernt, Bekannte wieder getroffen.

Doch, es ist schön dort. Und dennoch, es nervt.
Was nervt mich? Ganz direkt, das Schwarz-Denken dort wenn es um die politische Auseinandersetzung geht. Ja, die politischen Geschehnisse sind komplex und eine Runterbrechung auf ein Schwarz-Weiß Schema ist verführerisch. Aber muss es andauernd sein? Nein, und die Limitierung auf 140 Zeichen ist kein Argument. Ich habe oft genug komplexe Themen auf Twitter diskutiert ohne das es in gegenseitige Beleidigungen ausartete.

(Mich selbst nehme ich da nicht raus, ich kenne meine Replys. Schön ist was anderes.)

Habe ich eine Lösung für mich? Jein, ich hab in den vergangenen Monaten meine Filterbubble verändert, etwas weniger politische Accounts, dafür mehr Menschen.
Die beste Lösung wäre ich würde nichts mehr zu Politik twittern oder keine Reply mehr schreiben.
Freut euch nicht zu früh, ehe das passiert lösche ich meinen Account. Das Chaos und die Vielzahl an Tweets, das ist mein Twitter.
Es ist sicher nicht ganz leicht mir zu folgen, in doppelter Hinsicht.

Was werde ich also tun? Eventuell meine Genervtheit in ruhiger Bahnen lenken in dem ich die Gedanken so wie jetzt in dem Blog hacke. Immer wird es mir nicht gelingen.

Und bis dahin: Versucht doch bitte nicht immer alles pauschal zu verdammen. Die Welt ist weder schwarz noch weiß, sie ist voller Zwischentöne.

„Hurensohnpolitik“ das Reden oder Ignorieren von Diktaturen

Gerade las ich einen Kommentar bei Twitter in dem die Zusammenarbeit der westlichen Staaten mit Diktatoren wie Assad oder Putin scharf kritisiert wurde. Das sei Hurensohnpolitik, sprich, mit Mördern dürfe man nicht verhandeln.

Nun, das stimmt nur zum Teil.

Zu sagen es gibt keine Verhandlung, nur bedingungslose Kapitulation, kann man nur fordern wenn man sich in der Position der Stärke befindet und diese Forderung auch durchsetzten kann. So wie die Allierten gegen das Dritte Reich.

Diese Position der Stärke existiert aber nicht. Weder die USA, noch die NATO oder EU und erst recht nicht die UNO haben eine so starke Position als das sie Assad ignorieren können.
Die Position der Allierten im Zweiten Welkrieg basierte darauf das es a) darum ging das besetzte Europa zu befreien. Und b) das Naziregime zu beseitigen.
Also klare Ziele, dazu der Wille massiv Militär einzusetzten und eine starke Koalition.
All das ist gegenwärtig nicht vorhanden. Die „Rote Linie“ von Obama ist Makulatur. Die Unterstützung einer syrischen Opposition ist zerfasert und dazu ist nicht deutlich was der Schwerpunkt ist: IS bekämpfen oder Assad?
Die Staaten in der Region, Iran, Saudi-Arabien haben dazu ihre eigenen politischen Interessen. Und sie haben ihre eigenen Einflüsse in diesem Bürgerkrieg. Diese Akteure außen vor zu lassen und nicht mit diesen zu verhandeln wäre töricht.
So als hätte Churchill zu Roosvelt gesagt: „ Wir machen das ohne Stalin, der ist böse.“

Der Bürgerkrieg in Syrien ist ein Testfeld, Russland übt hier weitere Möglichkeiten der begrenzten militärischen Einflussnahme. Die Erfahrungen aus dem Bürgerkrieg in der Ukraine wollen sie vertiefen. Zugleich gilt es in dieser Region der zerfallenden Staaten seinen Fuß in der Tür zu halten, die Ölfelder des Nordirak sind nicht so fern.
Wer ist dann dominierende Regionalmacht? Saudi-Arabien oder der Iran. Beide wollen ihren Einflussbereich ausweiten, der Staat Irak kann sich nur marginal wehren.

Und all diese Ländern sollen wir ignorien und nicht mit ihnen verhandeln weil sie moralisch verwerflich sind? Den Luxus können wir uns in empörten Tweets und in Interviews auf Wahlkampfveranstaltungen leisten. Aber nicht wenn wir einen ernsthaften Versuch unternehmen wollen den Bürgerkrieg in Syrien zu einem Ende zu bringen und das weitere Ausweiten der IS zu stoppen.
Nein, das geht nur wenn alle Akteure an einen Tisch kommen. Da sollten uns die Bürgerkrieg in Südamerika und in Südostasien eine Warnung sein, auch dort gab oder sind die Wege zu einem Waffenstillstand nur miteinander und nicht durch die Vernichtung einer der beiden Bürgerkriegsparteien erreicht worden.

Miteinander reden wird das Blutvergiessen nicht sofort stoppen, aber es ist eine Möglichkeit alle Karten auf den Tisch zu bringen. Und erst dann wenn der Kuchen des Bürgerkriegs so unter den Akteuren verteilt wurde das jeder zufrieden ist, dann ist ein dauerhafter Waffenstillstand vielleicht möglich. Vom Frieden sind wir dann noch lange entfernt.

Es ist Politik, es ist schmutzig, es ist blutig und es wird noch tausende von Menschen das Leben kosten. Ebenso werden noch zigtausende flüchten. Das ist die Realität und dieser gilt es sich zu stellen.
Moralische Empörung über „Hurensohnpolitik“ hilft da nur kurz.

Kleinigkeiten #fotoprojekt2015

Kleinigkeiten können ganz schön nerven. Zum Beispiel, ich mag Unpünktlichkeit nicht besonders. Wenn jemand unpünktlich ist empfinde ich das als unhöflich.

Eine andere Kleinigkeit stört mich, sie nervt in meinem Hobby. Es geht um das Fotografieren. Das #fotoprojekt2015 hat nur wenige Regeln, diese zu lesen und einzuhalten ist eine Kleinigkeit. Deshalb werde ich sie hier nicht herunter beten. Jeder der teilnimmt kann sie nachlesen, Kleinigkeit.

Und dennoch wurden diese Woche die Regeln sehr massiv gebrochen. Klar, es ist eine Kleinigkeit über die ich mich hier aufrege. Aber überlegt mal wieviele Kleinigkeiten ihr in eurem Alltag habt die für euch alles sind, nur eben keine Kleinigkeit.

In diesem Sinne, achtet auf die Kleinigkeiten, sie sind großartig. Und weiterhin viel Spaß beim #fotoprojekt2015